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La forza del destino

Venue Deutsche Oper Berlin
CalendarSa. 03 Okt. 2026 - So. 18 Okt. 2026
Inhalt / Details

 

Mit La forza del destino betrat Verdi in den 1860er Jahren musikalisches Neuland. Bereits der Titel verweist auf diesen Paradigmenwechsel, da er weder auf eine Figur noch auf ein historisches Ereignis Bezug nimmt, sondern vielmehr den universellen Begriff der „Macht des Schicksals“ beschwört. Entsprechend komponierte der Komponist eine vieraktige Oper, die ein Ideen-Drama ist und sich mit dem Schicksal ganzer Gesellschaftsschichten und Völker befasst.

Darauf aufbauend knüpft Regisseur Frank Castorf Verbindungen zum Spanischen Bürgerkrieg des 20. Jahrhunderts sowie zum Kampf gegen den Faschismus im Zweiten Weltkrieg und verwebt die individuellen Schicksale der Figuren mit den Schrecken der Kolonialgeschichte. In dieser Inszenierung des Enfant terrible der Berliner Theaterszene wird das „Schicksalstriangle“ diesmal von einem international gefragten Trio verkörpert: Guanqun Yu (Leonora) sowie den beiden Hausdebütanten Luciano Ganci (Don Alvaro) und Igor Golovatenko (Don Carlos). Massimo Zannetti, in der Vergangenheit häufiger Gast an der Berliner Staatsoper, gibt mit dieser Wiederaufnahme sein Debüt an der Deutschen Oper.

 

Handlung

Erster Akt

Ein mit Damast tapezierter Saal

Leonora de Vargas erwartet nachts ihren Geliebten Don Alvaro, um mit ihm zu fliehen und in ihrer Liebe glücklich zu leben. Dieser ist ein Sohn des einstigen spanischen Vizekönigs von Peru und „der Letzten der Inkas“. Sein Vater hatte sich vergeblich um eine Aussöhnung der beiden Völker bemüht, wurde jedoch entmachtet und hingerichtet. Alvaro ist im Kerker geboren und in der Wildnis aufgewachsen. Er ist nach Spanien gekommen, um die Ehre seiner Familie wiederherzustellen.

Als Alvaro erscheint, betritt auch Leonoras Vater, der Marchese von Calatrava, das Zimmer, beleidigt Alvaro aufs heftigste und bedroht ihn. Sich seiner Schuld bewusst, zieht Alvaro eine Pistole im Versuch, sich selbst zu töten und damit den Unmut des Marchese zu beseitigen. Er besinnt sich jedoch und wirft die Waffe auf den Boden, um den Streit beizulegen. Beim Aufprall aber löst sich ein Schuss und trifft den Marchese tödlich. Sterbend verflucht er seine Tochter – ein Fluch, der sich am Ende der Oper grausam bewahrheiten soll. Leonora und Alvaro müssen fliehen, sie verlieren sich aus den Augen.

 

Zweiter Akt

Große Küche im Erdgeschoss eines Gasthauses

Leonoras Bruder, Don Carlo de Vargas, hat vom Tode seines Vaters erfahren. In Unkenntnis über den wahren Hergang ist er überzeugt, dass seine Schwester und deren Liebhaber den Vater gemeinsam ermordet haben, um fliehen zu können. Voller Schmerz und Zorn hat er nur noch eines im Sinn: Leonora und Alvaro zu töten und so den Vater zu rächen.

In einem Dorfgasthaus auf dem Lande kommt das Volk der Gegend zusammen, um gemeinsam den Abend zu verbringen. Don Carlo hat sich als Student ausgegeben und sich unter die Leute gemischt: er ist der Spur seiner Schwester bis hierher gefolgt, welche sich tatsächlich, verkleidet als Mann, in der Schenke verborgen hält. Dort erblickt Leonora ihren Bruder, bevor dieser sie entdeckt, und es gelingt ihr abermals die Flucht.

Da erscheint Preziosilla, eine junge Zigeunerin, um Freiwillige für einen Krieg gegen die Deutschen anzuwerben; die Kämpfe finden in Norditalien statt, und jedem Teilnehmer sei Ruhm, Ehre und Glück beschieden. Voller Begeisterung entschließen sich alle, in den Kampf zu ziehen, einschließlich Don Carlo; er glaubt, die Spur seiner Schwester endgültig verloren zu haben, und will in der Fremde ein neues Leben beginnen. Auf Fragen des Landvolkes, wer er sei, erzählt er seine Leidensgeschichte, wenn auch in verfremdeter Form und mit falschem Namen, um nicht erkannt zu werden.

Die Kirche Madonna degli Angeli

Leonora sucht den letzten Ausweg in einem Kloster; doch will sie nicht als Nonne leben, sondern als einsame Einsiedlerin ihre „Schuld“ büßen. Sie sucht ein Franziskanerkloster auf. Nachdem der misstrauische Bruder Melitone ihr Einlass gewährt hat, beichtet sie dem strengen, doch gütigen Pater Guardian (so heißt der Vorsteher eines Franziskanerklosters) ihre Geschichte; einzig ihm gibt sie sich als Frau zu erkennen und fleht ihn an, sie bei sich aufzunehmen. Erschüttert und gerührt ist der Guardian einverstanden, sie der Einsiedelei unweit des Klosters zuzuweisen; sie darf aber für den Rest ihres Lebens diese nicht mehr verlassen. Er ruft alle Brüder herbei, und feierlich schwören diese, das Geheimnis auf ewig zu wahren; jeden, der es frevelhaft brechen würde, soll die Rache des Himmels furchtbar treffen.

 

Dritter Akt

Wald

Aus Verzweiflung, da er Leonora für tot hält, wurde Alvaro Soldat. Wegen seiner großen Tapferkeit wurde er zum Hauptmann befördert. In der Nähe eines Kriegslagers rettet er, ohne ihn zu erkennen, Don Carlo bei einem Überfall das Leben. Beide schwören sich ewige Freundschaft. In der Schlacht wird Alvaro verwundet. Don Carlo soll für den Freund ein versiegeltes Päckchen mit Briefen ins Feuer werfen. Als er das tun will, fällt das Bild seiner Schwester Leonora aus diesem Päckchen.

Empfangsraum der Wohnung eines höheren Offiziers

Als Alvaro wieder genesen ist, wird er von Don Carlo zum Zweikampf aufgefordert, den er zunächst verweigert. Als er hört, dass Leonora lebt und Don Carlo sie nur sucht, um sie dann zu töten, greift Alvaro zur Waffe. Die Kämpfenden werden getrennt. Daraufhin geht Alvaro ins Kloster.

Militärlager bei Velletri

Vor dem Lager bieten sich Marketenderinnen den Soldaten an. Als Fra Melitone vorbeikommt und über deren Sünden predigt, wird dieser vertrieben. Preziosilla ergreift eine Militärtrommel und stimmt das kriegerische Rataplan an.

 

Vierter Akt

Kloster der Madonna degli Angeli

Vor einem Kloster streitet eine hungrige Menge mit dem Fra Melitone. Da erscheint Don Carlo und will mit Alvaro sprechen. Sobald er diesen sieht, beleidigt er ihn aufs heftigste, als aber Alvaro keine Reaktion zeigt, schlägt Don Carlo ihn ins Gesicht. Daraufhin ergreift Alvaro den Degen, und die Freundesfeinde schreiten zum Kampf.

Tal zwischen unzugänglichen Felsen

In der Klause betet Leonora für einen bald eintretenden Tod. Als sie Geräusche hört, schließt sie sich ein und läutet die Glocke. Da erscheinen Alvaro und Don Carlo im Zweikampf. Carlo wird tödlich verwundet und bleibt liegen. Alvaro nähert sich der Klause und klopft, um geistlichen Beistand für den Sterbenden zu erbitten. Seine Überraschung ist groß, als er Leonora erkennt, die die Tür öffnet. Traurig geht sie zu dem verwundeten Bruder. Der aber sticht sie mit dem letzten Atemzuge nieder. In den Armen ihres geliebten Alvaro und des herbeigeeilten Guardians haucht Leonora ihr Leben aus. Durch die tröstenden Worte des Guardians kann sich Alvaro mit dem Schicksal abfinden, alleine weiterleben zu müssen. (Nach der Petersburger Erstfassung stürzt sich Alvaro von einem Felsen in den Tod.)

Einführung: 45 Minuten vor der Aufführung im rechten Rangfoyer

Sprache: In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Dauer: 3 Stunden 45 Minuten / inklusive Pause nach ca. 100 Minuten

Altersempfehlung: ab 16 Jahren

Koproduktion: Mit freundlicher Unterstützung des Förderkreises der Deutschen Oper Berlin e. V.

Besetzung

Oper in vier Akten [Fassung 1869] von Giuseppe Verdi
Libretto von Francesco Maria Piave und Antonio Ghislanzoni nach dem Drama Don Alvaro o la Fuerza del sino von Ángel de Saavedra, Duque de Rivas, mit Texten von Heiner Müller und Auszügen aus La pelle von Curzio Malaparte

Uraufführung am 10. November 1862 in Sankt Petersburg [erste Fassung]
am 27. Februar 1869 in Mailand [zweite Fassung]
Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 8. September 2019

 

Team
Dirigent: Massimo Zanetti
Regie: Frank Castorf
Bühnenbild: Aleksandar Denić
Kostümbild: Adriana Braga Peretzki
Lichtdesign: Lothar Baumgarte
Video-Design und Live-Kamera: Kathrin Krottenthaler
Maryvonne Riedelsheimer: Andreas Deinert
Chorleitung: Marco Medved
Dramaturgie: Jörg Königsdorf

 

Besetzung
Marchese di Calatrava: Tobias Kehrer
Donna Leonora: Guanqun Yu
Don Carlos di Vargas: Pavel Yankovsky
Don Alvaro: Luciano Ganci
Padre Guardiano: Vitalij Kowaljow
Fra Melitone: Artur Garbas
Preziosilla: Kristina Stanek
Curra: Lauryn Davis
Alkalde: Padraic Rowan
Mastro Trabuco: Michael J. Scott
Chirurgus: Byung Gil Kim
Der Indio: N. N.
Chor: Chor der Deutschen Oper Berlin
Orchester: Orchester der Deutschen Oper Berlin

Veranstaltungsort
Deutsche Oper Berlin

Die Deutsche Oper Berlin ist ein Opernhaus im Berliner Bezirk Charlottenburg, Deutschland. Das Gebäude ist das zweitgrößte Opernhaus des Landes und auch die Heimat des Berliner Staatsballetts.

 

Die Geschichte des Unternehmens geht zurück auf das Deutsche Opernhaus von der damaligen unabhängigen Stadt Charlottenburg gebaut - der "reichsten Stadt Preußens"- nach Plänen von Heinrich Seeling von 1911 konzipiert. Es wurde am 7. November 1912 mit der Aufführung von Beethovens Fidelio, von Ignatz Waghalter eröffnet. Nach der Eingliederung von Charlottenburg nach dem Groß-Berlin Vertrag aus 1920 wurde der Name des Wohngebäudes in die Städtische Oper im Jahr 1925 geändert. 

 

Deutsches Opernhaus 1912
Mit der Nazi-Machtergreifung im Jahre 1933, war die Oper unter der Kontrolle des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Minister Joseph Goebbels hatte den Namen zurück zu Deutsches Opernhaus geändert,  im Wettbewerb mit der Berliner Staatsoper in Mitte von seinem Rivalen, dem preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring kontrolliert. Im Jahr 1935 wurde das Gebäude von Paul Baumgarten umgebaut, nämlich die Sitzplätze wurden von 2300 auf 2098 reduziert. Carl Ebert, der Geschäftsführer vor dem Zweiten Weltkrieg entschied sich, aus Deutschland auszuwandern. Lieber als die Ansicht der Nazis über die Musik zu unterstützen, und ging auf die Zusammenarbeit mit Glyndebourne Opera Festival in England. Er wurde von Max von Schillings ersetzt, der beipflichtete, die Werke von "un-deutschen Charakter“ zu spielen. Mehrere Künstler, wie der Dirigent Fritz Stiedry oder dem Sänger Alexander Kipnis folgten Ebert in die Emigration. Das Opernhaus wurde von einem RAF-Luftangriff am 23. November 1943 zerstört. Die Aufführungen wurden dann weiter im Admiralspalast bis 1945 fortgesetzt. Ebert kehrte nach dem Krieg wieder als General Manager  zurück.

Nach dem Krieg, das Unternehmen, was jetzt zum West-Berlin gehörte,  benutzte das nahe gelegene Gebäude des Theater des Westens, bis das Opernhaus wieder aufgebaut wurde. Das nüchterne Design von Fritz Bornemann wurde am 24. September 1961 fertig gestellt. Die Eröffnungsproduktion war Mozarts Don Giovanni. Das neue Gebäude eröffnete mit dem aktuellen Namen.

 

Anfahrt / Parken

  Öffentliche Verkehrsmittel

  Am bequemsten erreichen Sie die Deutsche Oper Berlin mit der U-Bahnlinie U2, die Sie aus Richtung Ruhleben oder Pankow   direkt bis zur Station „Deutsche Oper“ bringt. Ebenfalls in nächster Nähe befindet sich die Station „Bismarckstraße“ der Linie   U7 (an dieser Station gibt es Fahrstühle zur Straßenebene) sowie die Haltestellen der Buslinien 101 und 109.

 

Parkhaus

Wenn Sie die Anfahrt im privaten Wagen bevorzugen, steht Ihnen das Parkhaus Deutsche Oper ab zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn bis 2 Uhr zum Operntarif von € 3,– zur Verfügung. Die Einfahrt befindet sich in der Zillestraße 51. Auf einem überdachten Weg gelangen Sie entlang des Restaurants Deutsche Oper direkt zum Haupteingang. Für Abonnenten gelten Sonderkonditionen: Sie erhalten bei Vorlage Ihres Parktickets an der ersten Garderobe rechts gegen Zahlung von nur € 2,50 ein Auslassticket. Eine Stellplatz-Garantie können wir nicht gewährleisten.

Häufig sind die 270 zur Verfügung stehenden Stellplätze schon eine Stunde vor Vorstellungsbeginn belegt. Insofern empfehlen wir frühzeitige Anreise oder die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.
 

 

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